Mode für den Mann: Der Anzug
In der westlichen Gegenwartskultur bildet der Anzug die klassische Mode für den Mann. Hier ein Überblick:
Sakko / Jacketanzug![]()
1867 entwickelt sich der in dezenten Farben gehaltene Sakko aus dem Rockjackett.
Er hat eine bequeme, zweckmäßige Form und einen sackähnlichen Schnitt.
1910 wird der Sakko mithilfe von 3 bis 4 Knöpfen hochgeschlossen, so dass
lediglich die Hemdspitzen, jedoch nicht die darunter getragene Weste zu
sehen ist. Der Sakko weist nur ein sehr kleines Revers auf.
1913 wird das Revers des Sakkos wieder länger und reicht teilweise bis
zur Taille. Das bringt mit sich, dass die Weste nun deutlich sichtbar
wird. Getragen wird sowohl der formellere Zwei- wie auch der Einreiher.
Das Sakko wandelt sich vom alltäglichen Straßenanzug zum seriösen Geschäftsanzug
hin bis zum legeren Sportanzug. Das Sakko ist aus der Welt der Kleidung für Herren heute nicht mehr wegzudenken.
Cutaway/Cut
1850
wurde der Cutaway in England entwickelt und verdrängte den bis dato aktuellen
Gehrock. Er ist eine Art dunkler Schoßrock und wird mit ein oder zwei
flachen Steinnussknöpfen verschlossen.
Um 1900 gelangt der Cutaway nach Deutschland, wo er nur noch kurz Cut
genannt wird. Er wird zu privaten Anlässen, wir zu Empfängen, Pferderennen,
aber auch festlichen Anlässen getragen.
Accessoires: graue oder beigefarbene Weste, Zylinder
Frack
Der Frack besitzt vorne keinen, hinten nur einen kleinen Schoß. Er ist so eng geschnitten, dass er vorne nicht geschlossen werden kann.
Ursprünglich (im 18.Jh.) war der Frack ein Offiziersgewand. Ca. 1760 verbreitete er sich auch im Bürgertum. Er wurde einfarbig getragen, dazu helle Kniehosen.
Lange Röhrenhosen trug man erst zu Beginn des 19.Jh. dazu. In der Zeit von ungefähr 1815 bis 1850 stelle der Frack einen gewöhnlichen Tagesanzug dar und wurde in den Farben blau, braun und grün getragen.
Seit 1850 bekam der Frack seine noch heute gültige schwarze Farbe und wird seitdem nur noch zu festlichsten Anlässen getragen. Dazu gehört auf jeden Fall der Zylinder und eine weiße Pikeeweste.
Heutzutage gilt der Frack als der eleganteste Anzug des Herrn.
Gehrock
Der dunkle, meist schwarzfarbene Gehrock wird Ende des 18.Jh/Anfang 19.Jh als Tagesanzug von Ministern, Ärzten, Geschäftsleuten usw. getragen.
Der bis fast zu den Knien reichende Zweireiher ist sehr bequem und wird meist offen getragen. Sein Revers ist teils oder ganz mit Seide bedeckt. Auch die Halbkugelknöpfe sind mit Seide überzogen.
In der Mitte des 19.Jh trug man ihn nur als Festanzug.
Smoking
Der Smoking kam
Ende des 19.Jh. in Mode. Er wird als Einreiher und Zweireiher getragen
in verschiedenen Farben, je nach dem Geschmack der Zeit und des Anlasses.
Seinem Namen verdankt der Angewohnheit, nach dem Essen zu rauchen. Man
zog hierzu den leichteren Smoking dem Frack vor.Dieser Anzug taucht unter
den Namen: Tuxedo, Dinnerjacket, Rauchjacke, Hausjacke und Monkey Suit
auf.
Stresemann/Bonner Anzug
Der Stresemann wurde nach dem gleichnamigen Politiker ab ca.1920 populär. Der Einreiher besteht aus einem schwarzen Sakko, einer hellgrauen Weste, und gestreiften, stulpenlosen Hose. Das Ganze wird mit einer dezent gemusterten Krawatte ergänzt.
Heute ist der Stresemann ziemlich aus der Mode gekommen.
Cheviotanzug
Der meist blaue Cheviotanzug wird um 1920 getragen und ist nach dem strapazierfähigen Wollgewebe Cheviot benannt.
Nadelstreifenanzug
Mit Nadelstreifenanzügen meint man Sakkoanzüge, welche aus sehr dünnen, farblich kontrastierenden Webstreifen gefertigt werden.